Was macht guten Schlaf für Jette Joop aus?

EXKLUSIVES INTERVIEW MIT DESIGNERIN JETTE JOOP

Erholsamer Schlaf macht fit, er gibt neue Kraft und lässt so manche Strapaze des Alltags vergessen. Nicht umsonst heißt es, dass man über wichtige Entscheidungen noch einmal eine Nacht schlafen sollte. Mit klarem Kopf erscheinen Probleme oft in einem anderen Licht.

Guter Schlaf ist also grundlegend wichtig für unser Wohlbefinden. Wir haben Designerin Jette Joop gefragt, was guten Schlaf für Sie ausmacht.

Welche Bedeutung hat Schlaf in Ihrem Leben: Zeitdieb? Luxus? Quelle der Gesundheit?

Jette Joop: Guter Schlaf ist absolut unverzichtbar und notwendig. Für alles.

Das heißt, Sie gönnen sich guten Schlaf ganz bewusst?

Jette Joop: Ja, ich bin heutzutage echt gerädert, wenn ich nicht gut schlafe. Das richtige Bett und die perfekte Matratze sind dafür unerlässlich. Ich habe neulich erst eine total durchgelegene Matratze entsorgt. Danach habe ich den Unterschied erst so richtig gemerkt – zwischen tollem Boxspringbett mit neuer Matratze und so einem alten Ding, bei dem einem nach dem Aufwachen alles wehtut.

Können Sie problemlos abschalten oder nehmen Sie Berufliches mit ins Bett – mental und materiell?

Jette Joop: Eigentlich komme ich sehr gut in den Schlaf. Es ist aber immer vom Stresslevel abhängig, ob ich mich gedanklich oder ganz konkret noch mit meiner Arbeit beschäftige, wenn ich eigentlich schlafen sollte.

Und wie sieht „gut schlafen“ bei Ihnen aus?

Jette Joop: Es gibt nichts besseres, als sich mit warmen, duftenden Kräuterkissen gemütlich in die Decke einzukuscheln und dabei noch ein Weilchen fernzusehen. Da freue ich mich manchmal den ganzen Tag drauf, wenn alles gut läuft.

Sind Sie eine Frühaufsteherin oder eher eine Langschläferin?

Jette Joop: Mir ist aufgefallen – wenn ich alleine schlafe, dann stehe ich sehr früh auf. Dann bin ich um sechs, halb sieben schon voll aktiv. Wenn ich nicht alleine schlafe, dann schlafe ich sehr viel länger.

Hand aufs Herz – drücken Sie die Snooze-Taste am Wecker?

Jette Joop: Diese „Noch-fünf-Minuten-mehr“-Geschichte? Oh ja, noch mal umdrehen und noch mal in den Schlaf gleiten. Trotzdem bin ich immer diejenige, die alle aufweckt. Ich stehe auf, wecke meinen Sohn und lasse die Hunde raus. Dann mache ich mir einen Kaffee und frage mich, warum ich eigentlich immer die Weckrunde mache. Aber irgendwie finde es auch ganz schön so.

Und wie ist das mit Träumen: Können Sie sich am Morgen an das erinnern, was Sie geträumt haben?

Jette Joop: Ja, das kann ich. Ich habe extrem intensive, stark bebilderte Träume. Diese Bilder sind manchmal so präzise, dass ich mich frage, ob die wirklich aus irgendwelchen abgespeicherten Erlebnissen und Eindrücken kommen oder doch aus anderen Quellen. Diesen Träumen schenke ich dann ganz besondere Beachtung, weil sich im Laufe meines Lebens immer wieder betätigt hat, dass sie eine Relevanz haben: ob ganz profan für zukünftige Trends oder als Vorsicht vor etwas. Hin und wieder sind es auch so einer Art sehr detaillierte, präzise Wachträume.

Können Sie diese Wachträume dann auch für kreative Prozesse nutzen?

Jette Joop: Doch, manchmal inspirieren Sie mich bei der Entwicklung von Produkten. Wenn ich zum Beispiel auf einmal die Lösung für ein Problem finde, an dem ich ganz lange rumgebrütet habe. Manche Träume schreibe ich mir auf. Andere behalte ich aber ganz für mich, weil sie so viele Informationen enthalten, dass sie auf andere durchaus „spooky“ wirken würden.